Körperverletzung

Körperverletzung

Zwangspsychiatrisierung ist stets Körperverletzung. Leider lassen sich die Rechtsvertreter vieler chronisch Kranker dazu überreden, dies als Gutachterstreit auf eine andere rechtliche Ebene zu verschieben.

 

Ein Anwalt sagte mir einmal, eine medizinische Behandlung ist bereits bei mangelnder Aufklärung – “ohne Wissen des Patienten” – Körperverletzung, unabhängig davon, ob die Maßnahmen negative Folgen hätten oder nicht. Damit konnte verhindert werden, dass ein Vorschlag eines Psychiatrieprofessors, MCS-Kranke von ihrem Wahn vergiftet zu sein zu heilen, indem man sie ohne Wissen begase. Auf meine Frage, was er denn mache, wenn die Patienten negativ reagierten, antwortete er, dies werde vorher ausgeschlossen. Wie denn? Na, durch Einhaltung der Grenzwerte. Dies hatte ihm ein Toxikologieprofessor der gleichen Universität versichert. Meine Mitteilung, dass dies per definitionem Körperverletzung ist, und zwar vorsätzliche, hat die Sache abrupt beendet.

 

Körperverletzung liegt erst recht vor, wenn Psychiatrie oder andere Psychotherapie gegen den Willen des Patienten durchgesetzt wird. Gang und Gäbe ist die die psychiatrische Reha für Vergiftete. Rechtsvertreter drängen oft die Patienten, die sich per Klage eine Rente erstreiten wollen, dazu. Hauptargument ist Kooperationspflicht. Die Versicherungen haben kein Recht eine Reha zu verlangen, die zumindest zweifelhaft ist.

 

Die sozialrechtliche Rechtspflege hat hier völlig versagt. Sie hat gewissermaßen das Thema verfehlt. Sie entzieht dem Hilfesuchenden seine Rechte, indem sie eine Voreiligkeit, nämlich die Entscheidung eines Gutachterstreites zugunsten der Psychothese, schon vorab als prozessleitend akzeptiert.

Das geht noch tiefer: Wenn jemand etwa feststellt, dass er immer negativ reagiert, wenn er einen bestimmt Raum betritt, ist es toxikologisch evident, dass hier etwas nicht stimmt, und zwar mit dem Raum. Erklärt man ihn zum Spinner, entkleidet man ihn seiner Menschenwürde und verletzt ihn seelisch.

Wissenschaft steht es so, dass Neurotoxika auch die Psyche beschädigen. Das ist seit Kopenhagen (WHO Konferenz 1985) bekannt. Eine begleitende Psychotherapie, etwa im Sinne eines Stresshandling, ist deshalb in manchen Fällen hilfreich. Das macht Rea in Dallas so EHC = Environmental Health Center und auch die DEGAUM (= Deutsche Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin) hat dies einmal als möglichen Weg beschrieben (Wribitzki et al 2003). Aber die deutsche Scene aus Umweltmedizin und Selbsthilfegruppen hat dieses Signal verschlafen. Als das die Gegenseite gemerkt hat, hat sie wieder auf ‘Ökochonder’, ‘Rentenneurotiker’ u. dergl. umgeschaltet.

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Krankheitsbild TE

Krankheitsbild TE (tox. Enzephalopathie)

Nach der wissenschaftlichen Definition der toxischen Enzephalopathie (TE, toxischer Hirnschaden) durch den Kopenhagener Kongress 1985 hat die deutsche Medizin diese Krankheit nicht zur Kenntnis genommen. Sie lassen die Patienten unversorgt bis sie dement sind.

Gutachter auf diesem Gebiet orientieren sich stets an  falschen Krankheitsbildern oder am falschen Schweregrad. Dazu eine Zitat (sinngemäß aus dem Gedächtnis): “Die Gedächtnistests waren schlechter als bei Alzheimerpatienten, sodass dies nur mit Simulation erklärbar ist”. Alzheimer ist aber eine ganz andere Krankheit.

Die TE1 kann jeder Arzt per Anamnese diagnostizieren. Sollte er nicht sicher sein, so hilft die Fremdanamnese. Freunde und Verwandte bemerken die Veränderungen früher und genauer (Beispiel Persönlichkeitsveränderungen: “Ich habe einen ganz anderen Mann geheiratet”). Dann kann der Arzt auch das “V. a.” (Verdacht auf) weglassen. Er darf sich auch trauen, denn die WHO hat es so definiert. In Kopenhagen waren 1985 alle versammelt, die genau wussten, was ein toxischer Hirnschaden ist, wie er beginnt und wie er sich fortentwickelt. Entscheidend für die Diagnose ist das Muster der Symptome.

Dass die TE1 meist übersehen wird, ist eine medizinische und humane Katastrophe.

Erst beim nächsten Schweregrad – TE2A – sind signifikante testpsychometrische Ergebnisse zu erwarten bzw., sofern sie eintreten, ist es dann definitionsgemäß eine TE2A. Es ist nicht die Aufgabe der Gutachter, diese dann jeweils zu bewerten, etwa mit “zu gering” die Qualität TE zu verneinen. Das ist dann schlicht nicht arte legis und demontiert die Definition der WHO. Die Gutachter kennen die TE nicht und meinen, das Rad neu erfinden zu müssen. Die Krankheitsqualität liegt in der umfassenden Behinderung sehr vieler emotionaler und mentaler Funktionen sowie in der chronischen Erschöpfung.

Schweregrad I (TE-1): Erschöpfung, Ermüdbarkeit, Konzentrations- und Merkschwäche, Antriebsminderung;

Schweregrad II a (TE-2A): Persönlichkeitsveränderungen, signifikante Leistungsminderung und sensorische Störungen, Affektlabilität mit depressivem Einschlag, Nachweis: Testpsychometrisch;

Schweregrad II b (TE-2B): wie II a, zusätzlich Ataxie, Tremor, Koordinationsstörungen und Polyneuropathie nachweisbar;

Schweregrad III (TE-3): schwere globale Einschränkungen der Gehirnleistung, ähnlich Demenz und Psychosyndromen. Nachweis hirnatrophischer Veränderungen mit CT und MRT.

Man stelle sich eine Klasse in einer lösemittelbelasteten Schule vor: Lehrer wie Schüler haben die Symptome der TE1 – man kann sich gut vorstellen, dass der Unterricht wenig ergiebig ist. Das gilt auch für jedes beliebige Büro. Findet sich einer, der ständig AU (arbeitsunfähig) ist, so werden die anderen weniger effektiv sein. Statt dies zu ändern, werden aber die gemobbt, deren Zustand anzeigt, dass die Räume toxisch sind.

Für viele ist krank ist erst ab “dement” – so steht es jedenfalls in dem BK-Report 2/2007 zur BK 1317 der HVBG (BK = Berufskrankheit, 1317 = TE und tox. Polyneuropathie durch Lösemittel, HVBG = Hauptverwaltung der Berufsgenossenschaften). Dort wird TE als Synonym für Demenz bezeichnet und unter den Diagnosekriterien “braucht Hilfe im Alltag” gelistet. Die BG’n anerkennen also nur die TE 3. Damit sind die einzelnen BG’n fein raus. Die Leute werden meist vorher dauerhaft erwerbsunfähig.

Die Experten der WHO haben sehr genau gewusst, dass sich die TE langsam entwickelt und Behinderung schon bei der TE1 einsetzt. Es ist die schlichte Ignoranz – wie in über 90% der Gutachten – Simulation oder Aggravation in den Raum zu stellen. Wer sich wirklich Rente erschwindeln will, wird andere Krankheitsbilder wählen. Gutachten, die sich absichern, indem sie die obigen Diagnosekriterien auflisten, gehen anschließend die Demontage so an: diese Beschwerden seien bloß subjektiv und seien nicht objektiviert – eine Forderung, die gar nicht einlösbar und auch nicht notwendig ist, denn das Muster ist die Objektivierung. Das ist reinste Wissenschaft auf der Basis gründlichster Epidemiologie.

Dies mit billigen Vorurteilen beiseite zu fegen, ist reine Menschenverachtung.

 

 

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Hilfe und Fehlervermeidung

Wenn andere nicht weiterkommen, wird mein Name genannt. Die Hilferufe häufen sich; den Karren in den Dreck fahren, schaffen alle immer allein, rausziehen hingegen geht aber nur im Teamwork. Das verstehen viele nicht und treffen deshalb falsche Entscheidungen.  Erfolge in der Vergangenheit, ob Atomrecht oder Verwaltungsrecht (etwa gegen Müllverbrennung) waren immer nur durch Teamwork möglich.

In den Verfahren zur Anerkennung der Vergiftungen, zeigt sich aber immer die gleiche Situation: Der blutige Anfänger trifft die Entscheidungen.Es ist schon faszinierend, wie viele Fehler möglich sind.

Dazu sind ca. 50 Blogartikel entstanden. Aber die, für die sie geschrieben wurden, lesen sie nicht. 100 000 Aufrufe pro Jahr ist zwar  nicht schlecht, aber manche denken, sie hätten genug recherchiert, fühlen sich überlegen gegenüber andern in den Foren. So wird die Fehlerliste immer länger.

In jedem Verfahren machen die Kläger/Mandanten entscheidende Fehler, die es den Versicherungen leicht machen, die Klageabweisung durchzusetzen. Auch ohne diese Fehler ist es nicht leicht, aber mit ihnen wird es sehr schwer, d. h. auch sehr teuer.

Die Fehlerquellen kann man folgendermaßen gliedern:

  • Juristerei hat nichts mit Logik zu tun
  • Juristerei spielt sich wohl immer in Texten ab, aber es kommt darauf an,  darzulegen, warum ein bestimmter Text von einem Gericht in einem bestimmten Verfahren auch gelesen werden muss (wissenschaftliche Abhandlungen gehören nicht dazu).
  • Wahrheitsfindung ist zunächst eine Frage von Autorität – ein Gutachten anzweifeln, heißt immer, den Herrn Professor in Frage stellen. Dazu braucht es höhere Autoritäten.
  • Und dafür gibt es Regeln. Diese müssen bis ins Kleinste diskutiert werden, wie z. B. dass der Stand der Wissenschaft eine Rechtsbegriff ist,  wie das dreistufige Bewertungsschema des Sozialrechts anzuwenden ist, etc.

Eifrige Bloglektüre soll und kann helfen, diese Fehler zu vermeiden und zwar vor allem, indem  man die richtigen Fragen stellt , nämlich: Wie setzt man rechtlich um, was man in den wissenschaftlichen Publikationen findet?
Denn es ist eine Routine entstanden, gesteuert von den Versicherungen, die die rechtlichen Regeln unterlaufen.

Richtig angewendet bieten diese Regeln aber echte Chancen.

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Aus Entzündung wird “Psycho”

Seit einiger Zeit wundere ich mich, dass sich Verzweifelte an mich wenden, die keine chronischen Vergiftungen haben, sondern Krankheiten, die schulmedizinisch anerkannt sind, wie M. Basedow oder Hashimoto. Auch diese werden zu Psychos gemacht und Weiterlesen

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Höchstrichterlich zum Stand der Wissenschaft

In sozialgerichtlichen Verfahren entscheiden die Gutachter. Wahrheitskriterium ist der Stand der Wissenschaft. Weiterlesen

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Sozialrecht – die Regeln werden nicht mehr angewandt

In der Rechtspflege des Sozialrechts hat es sich eingebürgert, dass die Gutachter alles entscheiden. Wenn es sich um die Feststellung eines Sachverhaltes handelt, ist das letztlich eine gutachterliche Frage. Insofern ist das also in Ordnung. Die Gutachter müssen aber die Wahrheit sagen und dafür gibt es rechtliche Kriterien. Weiterlesen

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Denen fällt keiner in den Arm …

Bei den Gutachtern nehmen die Hemmungen ab, weil denen in zwanzig Jahren Diskussion keiner in den Arm gefallen ist. Dazu zunächst drei Beispiele:

  1. Der Patient findet regelmäßig nicht mehr nach Hause (Demenz) und der Gutachter kann nur eine frühkindliche Rechenschwäche entdecken.
  2. Der einzig nachgewiesene Stoff im Innenraum (Formaldehyd) zeige eine völlig andere Wirkcharakteristik als die Beschwerden des Geschädigten – jedes Toxikologiebuch sagt das Gegenteil.
  3. Die Hausärztin erklärt den Patienten für nicht transportfähig – starker körperlicher Verfall mit Gewichtsabnahme – und der Gutachter entscheidet nach Aktenlage (teilweise stark veraltet), dass er mehr als sechs Stunden pro Tag zu arbeiten in der Lage sei.

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