Öffentliche Debatte vernichtet Wissenschaft

Durch Medscap liegt ein Dokument vor, das in 14 Dias den Stand der Wissenschaft gegenüber Daimler-Köhler umreißt. Daraus ist ablesbar, dass es keine gemeinsame Informationslage gibt. Wissenschaft ist etwas ganz anderes.

Die recherchierenden Journalisten interessieren sich folglich nicht für Wissenschaft und es gefällt ihnen, dass es Leute gibt, die Grenzwerte und Umweltschutz für unbegründete Hysterie halten. Also wird unsere öffentliche Information nicht mehr mit Wissenschaft in Kontakt gebracht.

Autoren sind 7 Professoren, die wirklich Wissenschaft betrieben haben und ihr Bezug sind 71 000 Publikationen zum Thema Grenzwerte (7), zum Thema Luftschadstoffe, die von Daimler-Köhler ignoriert werden. Sie arbeiten sich vor über die gesicherten Erkenntnisse zu Feinstaub (3) und NOx (+ Ozon 5) und dann Luftschadstoffen in Kombination auf Hirn, Atmung, Kreislauf und Fötus (6). Grenzwerte sind Zusammenfassungen der Literatur (die Daimler-Köhler nicht gelesen hat): Epidemiologie und Langzeit-Tierstudien, Tendenz: weiter absenken (8). Luftverschmutzung = Passivrauchen (9), da Luftverschmutzung kontinuierlich ohne Erholung. Luftverschmutzung hat ein typisches Vergiftungsmuster: oxidativer Stress macht systemische Entzündung, welche Nervenschäden bewirken, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Lungenerkrankungen und Krebs (10). Die Studien berücksichtigen alle relevanten Risikofaktoren; wenn Todesfolgen abgestritten werden, dann müsste die Logik auch für das Rauchen gelten (11). Vergleich mit den USA (12): dort sind Immissionsgrenzwerte höher, aber die Emissionsgrenzwerte für die Fahrzeuge niedriger (12). Die Feinstaubwerte in den USA sind aber strenger (weniger als die Hälfte). „Luftverschmutzung ist mit Abstand der wichtigste Risikofaktor für Krankheiten und verlorene Lebenszeit“ (13).

Aus der 30-jährigen Praxis als Umweltgutachter will ich ergänzen, dass Minderung der Energieversorgung der Zellen (damit umfassende kognitive Minderung), Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft abbauen. Luftverschmutzung macht schlechte Laune und dümmer.

Die Synopse von Medscape beweist, dass Daimler-Köhler völlig außerhalb dessen liegen, was wir “Wissenschaft” nennen und zwar in allen Punkten. So definiert Prof. Frankfurt (Philosophie, Princeton Uni) Bullshit, keine Lüge sondern umfassend rücksichtslos gegenüber Wissen. Deshalb ist der Schluss (14) sehr wertvoll, weil er genau diese Wissensvernichtung feststellt: die Diskussion “beschädige die Wissenschaft”. Das ist nicht ganz korrekt: wir haben einerseits die Wissenschaft und demgegenüber wird die öffentliche Diskussion durch Bullshit gelenkt.

Köhler aus der BG-Klinik Kloster Grafschaft hat das gut geübt. Ich erlebe das in jedem Verfahren. Die Bullshitter sind kreativ: für die BG ist jede chronische Krankheit heilbar und jede Kausalität wird verneint (Beispiel: der Gutachter anerkennt die Exposition und den Schadenseintritt, aber keine Kausalität – und die Gerichte winken das durch); wenn ein Schweißer raucht, ist sein COPD nur vom Rauchen etc. pp. Diese Wissenschaftsverballhornung setzte massiv ein, als die wichtigsten Erkenntnisse und Definition in den 80er Jahren chronische Vergiftungen aufgeklärt hatten. Seither wird zurückgerudert.

Nun ist in der Öffentlichkeit nichts mehr von der Wissenschaft übrig. Die Journalisten recherchieren Wissenschaft nicht mehr. Bullshit ist wohl geiler. Der unterstützt flächendeckend Körperverletzung.

Quelle: https://deutsch.medscape.com/diashow/49000677?nlid=127807_3081&src=WNL_mdplsnews_190204_MSCPEDIT_DE&uac=292127HR&faf=1#1

 

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