Weltrettung ist keine Privatangelegenheit (#sience4furure)

Dieses ‚es kommt auf jeden Einzelnen an‘ führt in die Sackgasse. Da schnappt die Konsensfalle zu. Moral lässt sich immer herumdrehen: „selber!“, wie im Kindergarten. Die Klimaschutzbewegung ist in dieser Konsensfalle gefangen. Es wurde systematisch – und erfolgreich – daran gearbeitet, alle systemrelevanten Veränderungen zu blockieren und den Wunsch nach Weltenrettung auf die private Ebene zu schieben. Es kommt darauf an, wieder hinaus zu finden. Es geht nämlich auch anders:die Journalistin Kirstin Joachim fordert eine Verteuerung des Fliegens. Fliegen unterliegt bis heute keiner Steuerlast. Klimaveränderung wird also wirtschaftlich ge“steuert“ und nun verlangt das allgemeine Bewusstsein, dass privat gegengesteuert werde. Fahrrad statt Flieger? Die Umweltaktivisten haben bei der Privatisierung mitgemacht. Damit sind sie nicht nur Spaßbremse, sondern vor allem Ausbremser von Alternativen. Steuern für Kerosin können die Bahn billiger machen (so etwas nennen die Politiker Gegenfinanzierung).

Einige Beispiele zur Privatisierung des Schutzes des Lebens, des Klimas und Nachhaltigkeit.

Schutz des Lebens: in den 80er Jahren wurden die Dosis-Wirkungsbeziehungen im Niedrigdosisbereich wissenschaftlich aufgeklärt und damit die Entstehung von Umweltkrankheiten. In den 90er Jahren wurde daraus der Psycho kreiert (USA und Deutschland etwa zeitgleich in der ersten Hälfte der 90er Jahre). „Psycho“ ist Einschüchterung. Wirkungsvoller aber war die „Privatisierung“: Ab 2000 wurde das Rauchen in der Vordergrund gestellt (Köhler wollte mit dieser Masche gar die Immissionsgrenzwerte aushebeln – da sieht man, wie weit man kommt, wenn man immer wieder in die gleiche Kerbe haut). Der Schweißer, der raucht, bekommt keine BG-Rente, wenn er COPD entwickelt. Beide Wirkungen sind wissenschaftlich anerkannt. Für die berufliche Ursache hat er Anspruch auf Rente. Als Raucher verliert er ihn. Der kettenrauchende Wirt muss mit seinen kettenrauchenden Gästen auf die Straße. Dort bekommen sie eher Krebs, weil der Dieselruß die Wirkung verstärkt. Das ist dann der Gesundheitsschutz für die Nichtraucher, die gar nicht da sind. Der Vergiftete ist immer selbst schuld.

Nachhaltigkeit: Fahrradwege gibt es zwar, aber nicht durchgängig und schlecht oder gar nicht ausgeschildert. In den Ballungsgebieten fehlen weitgehend die Parkplätze zum Umstieg vom Stau in die S-Bahn. Für die Autos wird alles getan. Deshalb wird über SUV’ s oder Tesla diskutiert, also was der Verbraucher kaufen soll, mit dem Ziel, dass er kaufen soll. Solange der SUV in der Garage oder auf dem Parkplatz der Bahn steht, ist’s i. o.. Private Entscheidungen werden mannigfach in die falsche Richtung gefördert und in die andere Richtung behindert. Die einen überschreiten alle Grenzen und die anderen lassen sich jedes schlechte Gewissen machen, dass sich ausdenken lässt. So wird die Welt ruiniert. Klimaschutz braucht eine Waffe gegen diese Gehirnwäsche.

Klima (Auto und Haus): Eine Überschrift zur Fliegersteuer lautete: „soll Fliegen teurer werden oder Bahnfahren billiger?“ Meine Güte! Beides natürlich! Das kleine „oder“ weist effektiv in die falsche Richtung. Die zwei Zahlen bei K. Joachim: 27 kontra 90 € (Berlin – Köln). Es müssen also 30 € umgeschichtete werden, um das Umwelt-zerstör-Dumping der Billigflieger zu beenden. Positiv pro Bahn: der Bahnhof ist näher. Die Bequemlichkeit sollte ökodienlich gemacht werden (ggf. ist bei Kurzstrecke die Fahrzeit insgesamt  kürzer).

Der Erfolg der Aktivisten von #s4f oder #f4f wird abhängen, ob sie Propaganda der Konsensfalle erkennt oder besser noch den Spies herumdreht.

Ein umweltfeindliches Rechts- und Steuersystem ist nicht durch Moral und Privatinitiative in sein Gegenteil zu verwandeln. Dieses ‚es-kommt-auf-jeden-Einzelnen-an‘ erhält dieses System. Wir haben den billigen Flieger, den billigen Fernbus, fast alle Güter auf dem LKW, Deckelung der Solarenergie, staatliche Vergütung der Restlaufzeiten für die Braunkohle, reichlich Förderung für Scharlatane wie carbon engineering (Artikel dazu folgt) usw. usf. Das Geld fließt reichlich pro Umweltzerstörung. Der Einzelne braucht die Möglichkeit pro Umwelt/pro Klima Entscheidungen zu treffen. Es gibt den SUV; wo ist das 3-l-Auto, wo ist die umweltfreundliche Verkehrswegestruktur? Wie geht ökologisch-bequemes einkaufen? Megakonsumtempel auf der freien Wiese oder ein System der Wiederbelebung der Innenstädte.

Die freiwillige Bereitschaft zur Privatisierung, diese Bereitschaft, alle Forderungen in schlechtes Gewissen umzusetzen, hat die Effizienz enorm gesenkt: 40% des Stroms aus Erneuerbaren; mehr haben die Jahrzehnte seit 1980 (Erscheinungsjahr der Energiewende (Öko-Institut)) nicht erbracht.. 40% Öko gilt nur für den Strom. Da ist die Raumheizung nicht dabei, der größte Brocken der Endenergie (26 %).

Für letzteres ist Wärmeschutz zuständig. Nun wird seit einiger Zeit dem entgegengewirkt (mittlerweile gibt es eine Flut von Beiträgen mit dem Tenor Dämmwahn”): Pnanorama machte den Vorreiter „ unbezahlbar“ sagt Panorama (A. Reschke): „grundsätzlich sind wir alle dafür, aber die Träume der Politiker haben sich in schwindelerregende Höhen geschraubt, dass sie den Boden der Realität – da wo die Bürger nämlich sind – vollkommen verloren haben.“ https://www.youtube.com/watch?v=vyfiXiZonNg&t=35s. Mit Schwindelerregung hat der Bericht schon zu tun – was soll ich von einem Energieberater denken, der die Dachdämmung weglässt? Dazu ein späterer Beitrag …

Klimaschutz wird dazu eingesetzt den Bürgern in die Tasche zu fassen und zwar tief. Etwas Rabat soll helfen, wenn dummschwätzen nicht mehr reicht. Also Abwrackprämie statt Emissionsbegrenzung. Diesel wurde mal als umweltfreundlich propagiert. Da haben viele umgesattelt, nun sollen sie alle paar Jahre immer den neuesten Diesel kaufen. Das gleiche Spiel wird mit dem E-Auto folgen (begrenzte Li-Menge), dann mit der Brennstoffzelle. Das 3-l-Auto (z. B. der Lupo von VW) ist aussortiert – Zu wenig Umsatz? So etwas regiert die Debatte. Vernünftig etwa wäre für die Stadtluft ein kleines E-auto – dann hätte man auch Platz für die Radwege und die Parkplätze für den Umstieg auf die Schiene. Umdenken ist z. Z. fest in der Hand der Lobby der Autoindustrie und jetzt auch der Heizkesselbauer.

Das sind die zwei Stufen der Verdummung: erst wird das Weltproblem privatisiert und dann wird Kasse gemacht. Dann zeigt sich, dass es individuell nicht lösbar oder ruinös ist. So will die Lobby den Bürger haben. Verwirrt und überfordert. Für die Klimaaktivisten kommt es darauf an, den Weg aus der Konsensfalle zu zeigen.


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