Schulen und immer wieder Schulen

Erst waren es die PCB vergifteten Schulen – etliche wurden abgerissen – seit Ende der 90er Jahre sind es die VOC (volatil organic compouds, Lösemittel) in Neubauten und nach Renovierung. Beliebt sind „moderne” Teppichböden, die zu körperlichen Beschwerden führen. Seit den 80er Jahren ist bekannt, dass sie Nervenschäden erzeugen – Mäuseversuche mit Teppichluft, MCS bei den Mitgliedern der EPA (am. Umweltbehörde im neuen Gebäude).

Die Unfähigkeit zum Lernen ist schon schlimm genug, wirklich schlimm ist, dass die Verantwortlichen seit einem Jahrzehnt einen Wettbewerb veranstalten, wer kreativer im Schönrechnen ist. Auf kranke Schüler und kranke Lehrer wird dabei keine Rücksicht genommen. Die Berufung auf Wissenschaft ist nur noch Fiktion und es ist ungesetzlich.

Die Grundfigur ist immer die gleiche: Die Grenzwerte seien unterschritten, somit sei objektiv widerlegt, dass die Gesundheitsbeschwerden etwas mit der neuen Schule zu tun hätten. Daran ist alles falsch.

Wenn auffällige Beschwerden oder Erkrankungen in Bezug auf Ort-Zeit-Koordinaten auftreten, existiert Handlungsbedarf, auch dann, wenn die Grenzwerte tatsächlich eingehalten wären.

Beschwerdebilder sind nicht „subjektiv”. Diese Unterstellung verletzt die Menschenwürde. Es ist auch medizinisch falsch. Wer anhaltende Beschwerden hat, ist krank. Die Objektivierung erfolgt durch die Diagnose. Alle Umweltkrankheiten sind definiert (WHO) und auch anerkannt (ICD-10, Diagnosenliste der WHO).

Meist wird nicht gesagt, wer welchen Grenzwert überhaupt meint. Man findet immer 50 bis 100 Substanzen. Bewertung nach Einzelstoffkriterien ist wissenschaftlich seit den 80er Jahren überholt, wegen der Synergismen (Kombinationswirkungen). Bewertungskriterien für die VOC-Summe (TVOC) existieren seit den 80er Jahren auf der Basis von Menschenversuchen. Die Innenraumkommission hat daraus drei Richtwerte abgeleitet: Akut, subchronisch und chronisch. Maßgeblich für die Langzeitbelastung ist letzterer. Der wird nie in Betracht gezogen, ist aber immer überschritten. Die Kapriolen, die eine „Unterschreitung” begründen wollen, wären eigentlich zum Lachen, wenn sie menschlich nicht so gemeine Auswirkungen hätten.

Die Verantwortlichen präsentieren dann das Ganze propagandistisch so: Es sei wissenschaftlich eindeutig bewiesen, dass nichts sei. Die Lautstärke verrät schon die Unsicherheit. Die „Eindeutigkeit” bleibt meist unter Verschluss.

Einen Rat an die Betroffenen: Stärken Sie sich gegenseitig, denn es wird immer versucht, die Kranken einzuschüchtern. Machen Sie sich klar, dass das Nichthandeln schon fahrlässige Körperverletzung ist, zusätzliche Verunglimpfung ist dann Vorsatz. Lassen Sie sich nicht auf „Konsensstreben” ein. Das ist nie ernst gemeint.

Vgl. a. TV-Beitrag

 

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5 Antworten auf Schulen und immer wieder Schulen

  1. Hanno Krzak sagt:

    Mißstände werden immer erst sichtbar, wenn es bereits zu spät ist, also wenn schwere Leiden der Betroffenen bereits eingetreten sind.
    Z.B. ist eine 50% verminderte Aktivität der Glutathion-S-Transferase bei einem Schüler, also bei einem Kind, jedenfalls kaum dazu geeignet gegen daraus zu erwartende chemo-toxisch verursachte Gesundheitsschäden vorsorglich eine Schadstoffprüfung zu bewirken.
    Solange es für Eltern und Schüler kein wirksames offizielles Verfahren gibt, eine Überprüfung auf Belastungen präventiv veranlassen zu können, wird sich daran nichts ändern.

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