MCS – eine Diskussion, die längst beendet sein sollte

Die Diskussion um MCS ist heftig und das bereits seit fast zwei Jahrzehnten. Bei solchen Diskussionen stimmt etwas nicht. Die gängige Erklärung ist, man wüsste wissenschaftlich nicht genug. Rechtlich werden diese Kranken als Psychos eingestuft oder gar als Simulanten. Letzteres ist schon deshalb Unfug, weil man eine Frührente über andere bewährte Simulationen leicht bekommt, mit MCS nicht. Im Folgenden soll gezeigt werden, dass die Psychothese nicht nur nachweislich haltlos ist, sondern auch ungesetzlich, was leider auch von den Betroffenen zum eigenen Schaden bislang ignoriert wurde. 1948 Entdeckung von MCS durch Randolph, weil manche Patienten allergische Reaktionen nur auf gespritztes Obst zeigten

1962 erste umfassende Veröffentlichung durch Randolph

1963 Voraussage von Randolph, dass Innenräume mehrfach stärker krank machen als Außenluftbelastung, was sich in den 80er Jahren bestätigte als die chemische Analytik soweit entwickelt war, dies nachzuvollziehen.

1966 erster Doppelblindnachweis für MCS

1977 erste Immuntherapie durch Miller (Neutralisationsverfahren)

1987 Klinische Definition (Diagnosekriterien) von MCS, die bis heute gelten (Konsenskriterien)

1992, 1994, 1996, 1997 Erscheinungsdaten der vier Bände „Chemical Sensitivity”, das Standardwerk für MCS von W. Rea, EHC, Dallas, auf der Erfahrungsbasis von 20 000 Patienten.

1995 Erfindung des „Ökochonders” und der Psychothese durch die Erlanger Studie.

1999 Entdeckung des chronisch pathologischen Kreislaufs der Mitochondriopathie durch Pall

2007 Weitgehende Aufklärung der Pathomechanismen, die zu MCS führen für Orgnophosphate, Carbamate, Lösemittel (VOC), die chlorierten Pestizide Chlordan, Lindan, Dieltrin und Altrin, Pyrethroide, Kohlenmonoxid (CO), Schwefelwasserstoff und Quecksilber. Die Mykotoxine erzeugen VOC (MVOC), also gehört auch Schimmel in diese Aufzählung.

MCS ist demnach definiert und wissenschaftlich aufgeklärt. Die Aussage etwa des UBA „das C hätte sich nicht erwiesen” (nano-Sendung) ist der ignorante Unsinn derer, die die RKI-Studie zu verantworten haben.

Dieser Blogartikel wurde aus Anlass diverser Emailanfragen geschrieben. Es gibt für die Betroffenen keinen Anlass allein auf Moral und Humanität zu setzen; das führt zu nichts, wie die letzten Jahrzehnte gezeigt haben. Der „Stand der Wissenschaft” ist ein Rechtsbegriff. Die Psychothese ist böswillig und unrecht, auch im juristischen Sinn; die Diffamierung der Kranken ist Körperverletzung von Kranken. Die SHG’s und Patientenorganisationen müssen obige Aufstellung beherrschen und damit ihren Ärzten und Anwälten die Richtung vorgeben. Ohne das geht es nicht. Damit aber geht es, auch wenn etwa die Korrektur der Vorurteile eines Gerichts mehrere Diskussionsabschnitte erfordert.

Zur Vertiefung: Blogserie zu MCS bei CSN

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7 Antworten auf MCS – eine Diskussion, die längst beendet sein sollte

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  2. Hallo,

    was ich noch in der Auflistung von 2007 vermisse ist bei den chlorierten Pestiziden auch das PCP (Pentachlorphenol), dass gerade bei mir als Hauptauslöser zu betrachten ist und bei den MVOC’s auch die Stoffwechselprodukte von Baktetrien.

    LG

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