TTIP – Abbau der Menschenrechte

TEIL I:

TTIP ist der logisch nächste Schritt beim Unterlaufen des Rechts auf körperliche Unversehrtheit.

Ein Essay zum Thema TTIP von einem Öko- und Humantoxikologen lässt den Leser sicher etwas zum Thema Chlorhühnchen erwarten. Ich will niemanden enttäuschen, aber zunächst sind andere Themen vorrangig. Das mit dem Broiler muss warten.

Es geht um den Rechtsstaat und überhaupt den Vorrang der Politik vor privaten Interessen. TTIP ist praktisch der nächste Schritt zur Privatisierung von Macht. Der Abbau des Rechtsstaates in der Bush-Ära war so gründlich, dass viele Absichten Obamas daran zerschellt sind. Al Gore hat das gut beschrieben: „Wir müssen der dreisten Verwendung falscher, ausschließlich zum Zweck der Verdrehung der Tatsachen angefertigter Studien, ein Ende machen“, schreibt er auf Seite 21 in „Angriff auf die Vernunft“ (2007). Solche Studien – im Deutschen heißen sie oft Gutachten – sind mein täglich Brot als Gutachter.

Status quo

Gutachten oder Studien sorgen schon jetzt dafür, dass eine Art „obligatorische Vergiftung“, statt Schutz vor Vergiftung – Art. 2,2 unserer Verfassung – längst „normal“ ist:

Schottische Neurologen haben sich sehr genau mit Nervenschäden bei Schäfern auseinandergesetzt. Sie sind der Erfolg, der obligatorischen Entwesung bei Schafen. Einige Wollfirmen verlangen Pyrethroidimprägnierung bei ihren Produkten. Das nennen sie Qualitätssicherung. Die kranken Schäfer werden nicht entschädigt und ob Hobby-Strickerinnen Nervenschäden an den Händen entwickeln, hat noch keiner untersucht.

Obligatorisch ist auch die Chlorierung von Schwimmbeckenwasser. Da entstehen Chlororganika. Dazu gibt es viele Studien. Sie machen krank. Epidemiologische Studien zeigen den ungesunden Aspekt bei Babyschwimmen, Personal (Schwimmmeister) und Leistungssportlern, Stichwort: Allergien, Immunschaden. Doch am Ende findet sich in wissenschaftlichen Darlegungen der Sachlage der Pflichtsatz: „Es geht aber nicht anders“. Was in Rom und in den östlichen Hamas jeweils tausend Jahre ging, geht heute nicht mehr! Die Gehirnwäsche hat schon tief eingegriffen.

Die Dinge stehen seit Jahrzehnten Kopf: In der juristischen Theorie ist die menschliche Gesundheit ein hohes Gut. In der Praxis wird sie Privatinteressen untergeordnet.

Eigentlich ist Körperverletzung eine Straftat, aber chronisches Vergiften für Wettbewerbsvorteile ist heute normal, normal im ursprünglichen Sinn: Es ist bereits die Norm. Das führt in den Industrieländern zu der hohen Rate chronischer Leiden. 30% Allergiker werden offiziell eingeräumt. Da fehlen noch die Typ-IV–Allergiker, weil den dazu notwendigen Tests seit Jahrzehnten die Anerkennung und damit die rechtliche Wirksamkeit verweigert wird. Da sind wir wieder bei solchen Studien, die Al Gore meint. Dieses flächendeckende Vergiften erzeugt auch die hohe Rate der MCS-Erkrankungen (24 Studien): MCS-Rate: 12 – 15 %, davon 4 – 5 % schwere Fälle (letztere sind Vollinvaliden). Das ist wissenschaftlich erwiesen, seit Ende der 90er Jahre. Die Kranken nennt man aber Hysteriker, Neurotiker oder schlicht Spinner. Es ist schon fies: Erst die Leute zu vergiften und sie dann auch noch zu verspotten.

Wir haben also die Situation: Faule, verharmlosende Studien dominieren wissenschaftliche Studien, die nicht ernst genommen werden. Die verharmlosenden Studien sind immer inhaltlich sehr dünn und äußerlich sehr dick, damit sie keiner liest. Sie kommen über einfache Überlegungen nicht hinaus und erzeugen so Unbedenklichkeit auf Schlagzeilenniveau.

Weitere Beispiele zum Vertiefen:

Es hat sich sukzessive durchgesetzt, dass Putzmittel mit immer komplexeren Rezepturen auf dem Markt, insbesondere auf dem Profi-Markt, durchgesetzt werden. Charakteristisch ist der steigende Gehalt an Lösemitteln. Das Verdummungsargument ist: Keimfreiheit. Wozu muss ein Küchentisch keimfrei sein (Reklame)? Bekommt er eine Injektion? Oder ein Bürotisch? Was wird dort wohl getrieben? Oder bei der Bodenpflege? Jedenfalls kann ich bezeugen, dass dies zu Nervenschäden führt (ein Fall von Demenz ist mir bekannt). Waren es seit den 80er Jahren die Lösemittel aus Baumaterialien, so kommt nun noch die tägliche Vergiftung durch Reinigungsrezepturen hinzu. Aber Keimfreiheit muss sein.

Nochmal zum Chlorwasser: Mir liegt kein Nachweis vor, dass für die Desinfizierung von Beckenwasser (Kontaktoberflächen sind etwas anderes), irgendeine Notwendigkeit besteht. Die Aufgabe der Chlorierung hätte nur die Konsequenz, dass der Frischwasserverbrauch stiege.

Neulich las ich, dass in Sachen Höchstmengenverordnung (für Nahrungsmittel) die Werte nach oben angepasst werden. Pferdefleisch in der Lasagne ist ein Skandal, Steigerung der flächendeckenden Giftzufuhr in der Nahrung ist Wirtschaftsförderung.

Typisch für die Denkweise ist der Umgang mit O3 (Ozon). Die höchsten gemessenen Werte wurden zu Grenzwerten. Immer wieder, im Sommer, kommt es zu Warnungen. Man ist sich also bewusst, dass Lebensgefahr billigend in Kauf genommen wird. Mit der Warnung ist der Betroffene dann selbst schuld. Bei der Anhebung der Werte der Höchstmengenverordnung wird nicht gewarnt, denn das wäre ein Wettbewerbsnachteil.

siehe auch “TTIP – Abbau der Menschenrechte Teil II”

siehe auch “TTIP – Abbau der Menschenrechte Teil III”

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-> Teil II:

Der ganze Artikel ist in einem ebook über das Freihandelsabkommen erschienen: 
http://www.kritik-freihandelsabkommen.de/?page_id=48

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3 Antworten auf TTIP – Abbau der Menschenrechte

  1. Michael Lenoir sagt:

    Die Gemeinde Kall hat ein chlorfreies Schwimmbad im Betrieb. Vor zwei Jahren war ich dort einige Male schwimmen – das hat fast schon Seequalität. Von der Webseite der Gemeinde Kall:

    “Unbeschwertes Badevergnügen statt brennender Augen und Kreislaufprobleme: Das Hallenbad Kall nutzt Sole anstelle von Chlor zur Desinfektion des Wassers.”

    Ich unterhielt mich länger mit dem Bademeister. Die Kosten der Anlage liegen in Anschaffung und Betrieb ein wenig höher als bei einer Chlorierung, ich weiss leider nicht mehr die genauen Zahlen – es war aber im unteren zweistelligen Prozentbereich.

    Das Ergebnis schien es mir wert!

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