Gutachter–Scene gesäubert

In Sozialgerichtsverfahren entscheiden die Gutachter und zwar allein.

Eine Überprüfung durch die Gerichte findet nicht statt, obwohl es dafür ein rechtliches Kriterium gibt; nämlich den „allgemein anerkannten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis“. Der wird aber von den Klägern nicht genutzt.

Den Versicherungen ist es gelungen, die Scene zu säubern. Wer den Stand der Wissenschaft kennt und sich daran hält, wird solange genervt, bis er sich nicht mehr zur Verfügung stellt.

Als Beispiel sei auf  „HRB – immer die falsche Diagnose“ zurückgegriffen. Die Gutachter, die meist von den Gerichten benannt werden, arbeiten so, wie dargestellt, mit der falschen Diagnose. Nun ist es schwer einen anderen zu finden. Bekommt man eine Empfehlung, so geschieht es sehr oft, dass der Empfohlene abwinkt, er erstelle keine Gutachten mehr. Kompetente Mediziner, die jene Fehldiagnosen nicht mitmachen, stehen also meist nicht zur Verfügung. Es gibt also die BG-Willigen und die anderen, die ihre Ruhe haben wollen.

In der Neurologie ist es noch schlimmer.

Kaum einer kennt die Diagnosekriterien der toxischen Enzephalopathie. Sie wurden mit viel wissenschaftlichem Aufwand auf einem WHO-Kongress erarbeitet (Kopenhagen 1985). Das hat die Neurologie verschlafen. Sie glaubt immer noch eine toxische Enzephalopathie sei nur schwierig zu diagnostizieren und jede Diagnose sei eine Einzelanfertigung. Sie ignoriert immer noch, dass es typische Symptommuster gibt, die als Diagnosekriterien festgelegt sind und im Merkblatt zur BK 1317 von 2005 auch – nach einem gründlichen Protest von unserer Seite – aufgelistet wurden.

Aber keiner der neurologischen Gutachter hält sich daran, verstößt also gegen den Stand der Wissenschaft. Hält man ihnen die Definition der TE vor, behaupten sie in die Diagnosekriterien könne man viele Diagnosen hineinlegen. Sie spotten offen darüber und verschließen sich der Erkenntnis, dass sich chronische Vergiftungen als Symptommuster zu erkennen geben. Eine mehrtägige WHO-Konferenz (Kopenhagen 1985) ist für solche Leute wissenschaftlich nicht genug. Damit schaffen sie das allgemeine Bewusstsein, mit dem heute Menschen mit toxischer Enzephalopathie gehänselt werden. Erbärmliches Fachwissen gibt den Humus, um wissenschaftliche Erkenntnis zu Müll zu verarbeiten.

Dieses Unrecht wird auf diese Weise zu positivem Recht.

 

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Eine Antwort auf Gutachter–Scene gesäubert

  1. Pingback: Symptome – große Vielfalt ist meist toxisch | Dr. Tino Merz

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