Der Flieger ist ein ungesunder Ort – 1

Lufthansa, Condor etc. und Cicero

Es hat fast den Eindruck als hätten die Vorstände der Fluggesellschaften Cicero gelesen. “Quod non est in actiis non est in mundo” wussten schon die alten Römer (und jeder Jurist), die Welt weiß nur, was in den Akten ist,. Daraus folgt: lass nichts in die Akten, bilde keine Akten, sammle keine Unterlagen, wenn du die Welt nasführen willst.

So können die Verantwortlichen aus der Welt drängen, dass der Flieger ein ungesunder Ort ist. Da ist Handlungsbedarf anzeigt. Denn schließlich ist rechtlich der Gesundheitsschutz ein hohes Gut. Daraus folgt, dass gesundheitliche Auffälligkeiten Handlungsbedarf bedeuten. Zunächst gilt dies im Sinne von Prüfbedarf. Je nach Ergebnis gibt es Auflagen, Einschränkungen oder Verbote. Für die Verantwortlich aber folgt daraus, dass alle Informationen unterdrückt werden. Das ist gesetzwidrig. Aber solange keiner den Finger auf die Wunde legt, werden weiterhin toxische Invaliden erzeugt, ohne Folgen für die Verursacher.

Dies alles wird von den Betroffen nicht reklamiert. Die unter Verschluss gehalten Messergebnisse müssten mittels UIG (Umweltinformationsgesetz) herausgegeben werden, dann zeigt sich der Handlungsbedarf etwas konkreter. Das haben die Luftfahrgesellschaften geschickt unterlaufen.

 

Natürlich sickert immer etwas durch. Die Flieger mit ihren merkwürdigen Gerüchen, den schon nicht mehr lustigen “Fume Events” und schließlich mit arbeits- (AU) und erwerbsunfähigen Personal. Die passenden Expositionen sickern auch durch, aber nicht schriftlich nur per Gewisper. So bleibt es bei dem ungesunden Zustand.

Die Verantwortlichen handeln fahrlässig:  nichts untersuchen, das wenige unter Verschluss halten, voreilige Persilscheine von Fachleuten erzwingen etc. pp. Es werden nur die Informationen bekämpft, statt des toxischen Zustandes.

Das Risiko aufzuklären ist nicht schwer: man muss nur alle Schadstoffe angeben. Stattdessen wird aber so getan, als ob eine einzelne Substanz zu finden sei, die für alles verantwortlich ist. Das ist albern. Toxisch wirkt die Summe der organischen Substanzen. Denn sie sind alle – mehr oder weniger neurotoxisch und immunmodulierend. Die Fokussierung auf die TCP ist gelungene Propaganda. Mit Wissenschaft hat das nichts zu tun. Es gibt auch das Hintertürchen:  die Freseniusstudie, die als Persilschein in Sachen TCP gehandelt wird, reklamiert ausdrücklich das Minimierungsgebot. Letzteres wurde sicher ausdrücklich vom Auftraggeber erlaubt. Das macht sich besser und rechtlich hat sowas keine Relevanz.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Fahrlässigkeit, Rechtsstaat, Umweltkrankheiten abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.