Dobrindt – Das 68er Trauma

Hallo Axel, du machst mich glücklich. Ich dachte immer, wir, die 68er, sind längst passé. Nun hast du uns gezeigt, wie nachhaltig wir doch waren.

Da ist wohl doch etwas hängen geblieben.Wenn du wüsstest, wie wir wirklich waren – du kannst es ja nicht wissen, dazu bist du zu jung -, es würde dir endgültig die Sprache verschlagen. Wir waren so links, wie du dir das gar nicht vorstellen kannst. Aber da war viel jugendlicher Übermut, naja, Weltrevolution und so.

Tief gefühlt, haben wir auf unsere Altvorderen reagiert, die aus dem Krieg kamen und stumm waren. Die haben nichts erzählt: das reinste Austernkonzert. Sie konnten nicht einmal erklären, was sie gegen Jeans hatten. Wer durchsetzen konnte, dass er in die Schule mit Jeans durfte, war schon ein kleiner Revolutionär. Tja, früh krümmt sich….

Mit erwachtem politischen Bewusstsein wurde daraus das Auslüften des Nazi-Miefs. Die waren ja alle noch in ihren Positionen, so konnte keine Demokratie entstehen. Die haben wir durchgesetzt.

Dass dich das traumatisiert, zeigt, was du von Demokratie hältst. Konservative Revolution? Der Begriff ist ja nicht neu. Da fällt mir Carl Schmidt ein, jener Jurist, Staatstheoretiker und Hitler-Verehrer, der “Reich” mit “Raum” verknüpft – sozusagen das Mia san mia auf intellektuellen Niveau. Solche Vorstellungen lassen keinen Raum für universitäre Prinzipien wie Menschenrechte.

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