Was ist Umweltmedizin?

Die Umweltmedizin hat eine längere Geschichte als allgemein wahrgenommen wurde. In mehreren Jahrzehnten bildete sich ein solides Fundament. Die Prognosen aus ihrem Anfang der 60er Jahre von Randolph (Innenraum als Hauptursache von chronischen Vergiftungen) und Carson (Insekten- und Vogelsterben) sind alle eingetroffen.

Die Toxine greifen die drei Steuerungselemente des Organismus an: Nerven und Immunsystem sowie Endokrinum (System der Hormone). Die Lebensfähigkeit wird ganz allgemein gesenkt, denn die Energieversorgung der Zellen wird reduziert, insbesondere die Denkfähigkeit leidet. Denn die Neuronen sind die stärksten Energieverbraucher.

Die WHO hat die Krankheiten in den 80er Jahren definiert (ICD).

Die Forschung konnte mittlerweile die wichtigsten Pathomechanismen aufklären. Insbesondere die allgemeine Schwäche ist biochemisch genau verstanden. Die Oxidation am Ende der Atmungskette ist massiv gestört. Der Pathomechanismus ist chronisch, wenn er einmal etabliert ist. Er bleibt stabil auch nach Ende der Exposition.

Biochemische Basis ist der oxidativen Stress, eine Überschussproduktion von ROS (Reactive Oxigen Species), von biochemisch aktivierten Sauerstoffkonfigurationen, welche systemische Entzündungen zur Folge haben. Alle Schadstoffe erzeugen ROS. Sie erzeugen gegenseitige Verstärkung. Sie sind die Erklärung für Kombinationswirkungen (Synergismen) und erfordern die Addition der toxischen Effekte.

Auch die unspezifische Überempfindlichkeit wird heute verstanden. Die Aktivierung des NMDA-Rezeptors erzeugt diese generelle Sensibilisierung.  Diese Aktivierung erfolgt als sekundäre Reaktion auf eine ganze Anzahl sehr unterschiedlicher Stoffe. D. h. dass die Primärreaktion dieser Stoffe nicht entscheidend ist. MCS ist so wohl einfach Konsequenz von toxischem Overload, der immunologischen Overload nach sich zieht und schließlich die NMDA-Aktivierung steigert. Ein Summenphänomen wie bei den ROS.

Für den Nachweis und die Bestimmung des Schweregrades stehen einfache Laborparameter zur Verfügung: für Schwäche und Müdigkeit (Stickstoffmonoxid, NO.) und für MCS (NMDA-Rezeptor: Glutamat und Capsaicin). Für die toxische Enzephalopathie ist der Schweregrad klinisch definiert (vgl. Diagnosekriterien).

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