Abwärtsspirale – Quantenmechanik der Kultur

Unser Selbstbild und Weltbild ist das eines kontinuierlichen Fortschritts. So etwas wie Verschlechterung kann und vor allem will sich keiner vorstellen. Trotzdem oder gerade deshalb arbeiten wir so eifrig daran. Gleiches dachten wir einst von der Wissenschaft. Seit Thomas Kuhn wissen wir, sie vollzieht sich in Brüchen, echte Fortschritte sind Revolutionen. Untergegangene Kulturen zeigen Wissen, dass wir heute nicht begreifen.

In Sachen Erde wurden gute und vor allem sehr genaue Erkenntnisse seit den 80er Jahren geschliffen zur Machterhaltung der Marktbeherrschenden Wrtschaftsstrukturen. Die Energiewende kennt heute keiner mehr, warum Gifte im Niedrigdosisbereich chronische Krankheiten erzeugen, gilt heute als rätselhaft. Wir arbeiten am Untergang wie schon andere Kulturen.

Das spanische Weltreich ist untergegangen, weil die Hidalgos zu überheblich waren, ihre Geldgeschäfte selbst zu tätigen. Geld war für sie nur etwas zum Ausgeben. Die Engländer dagegen haben mit dem Wenigen, was Drake und Konsorten abgezweigt haben, ein Weltreich errichtet. Wir machen es wieder den Hidalgos gleich. Oft wird gleich weggeschmissen, was man gerade gekauft hat. Arbeitsplätze ohne Zukunft werden subventioniert, die mit Zukunft vernichtet oder outgesourct

Die Mayas konnten das Universum berechnen, aber hatten keine Agrikultur (nur Grabstock). In den letzten Jahrhunderten mussten sie immer wieder umziehen: Städte aufgeben, neue errichten – samt Pyramiden  – irgendwann war Ende.

Die Entwicklung heute besticht durch ihre Schnelligkeit. Nach dem Krieg ging es um die friedliche Nutzung der Massenvernichtungsmittel – „atoms for peace!“ (Eisenhower), aus Kampfgas wurde E605, kranke Winzer die ersten Umweltkranken. Da hatten alle geglaubt, die Welt sei so groß, dass sie alles absorbiert. Seit 1972 wissen wir, dass die Ressourcen endlich sind (Club of Rome). Seit den 80er Jahren wissen wir, dass und wie es zur biologischen und Klima-Katastrophe kommt. Dann – Ende 80 – setzte die Gehirnwäsche ein.

Ab 2000 haben die SHG’ s und andere Aktivisten die Gehirnwäsche akzeptiert, ab den Zehnerjahren hat das ihre Existenz gekostet. Sie wurden auf Sachlichkeit und Wissenschaftlichkeit eingeschüchtert. So konnte eine zensierte Wissenschaftlichkeit zum Allgemeingut werden. Die chronische Toxikologie wird mit den Maßstäben der Akuttoxikologie „objektiviert“. Viele glauben bis heute MCS müsse erst erforscht werden (Forschungsbedarf ist Restrisiko). Die deutsche „Multicenterstudie“ war ergebnisfrei. Das Flugpersonal glaubt, das „aerotoxische Syndrom“ sei wissenschaftlich existent statt  Prozessbetrug. Die Klimadebatte neigt mittlerweile dazu, „Verzicht“ und „Doppelmoral“ als Hauptthema zu sehen, also theologisch zu entarten, statt Endenergie und Primärenergie auseinander zu halten. Aus der Grundvoraussetzung des Klimaschutzes „Wärmedämmung“ wird nun der „Dämmwahn“. So werden massenhaft Arbeitsplätze verhindert – nur die in der sterbenden Braunkohle werden subventioniert – es lebe der Stolz der Hidalgos.

Ziel war immer eine allgemeine Desorientierung. Keine heutige wirtschaftliche Entwicklung hat Zukunftsorientierung. Wind und Sonne werden wirtschaftlich ausgebremst, Glyphosat vernichtet neben Kraut vor allem Arbeitsplätze. Dessen Prolongierung wird über Schmidt/Glöckner durchgeboxt, weil Bayer Monsanto gekauft hat. Glyphosat ist der Grabstock.

Die Leichen – Braunkohle, Glyphosat … – werden aufwendig balsamiert. Dafür ist immer Geld da, für die begleitende Eucharistie auch: die Toxikologie wird auf den Stand der 70er Jahre festgeklopft, der „Wirtschaftsweise“ Sinn will zurück zur Kernkraft. Die Energiekonzepte werden auf Wind und Sonne direkt reduziert. Energieeffizienz kennen nur die Fachleute, die keiner liest.

Auch Don Quichote hat gegen Windmühlen gekämpft.

Das Mantra, der Umweltschutz sei wirtschaftsfeindlich, ist die vorherrschende Liturgie. Diese Gehirnwäsche ist jahrzehntelang gut verankert worden. Klimaschutz und giftfreie Innenräume wären ein Jobmotor allererster Güte. Die Sonne liefert Energie ohne Ende, aber eben nicht dann und dort, wie es die Menschen gern hätten, damit es ohne Umdenken und ohne Investitionen geht. Passiv-solar setzt gute Wärmedämmung voraus. Giftfreie Baumaterialien gibt es in jedem Baumarkt, sind nur etwas teurer und etwas aufwendiger in der Verarbeitung (die Maler wollen das Giftzeug). Alles lässt sich wiederverwerten und es geht umso leichter, wenn Produktdesign und Recycling aufeinander abgestimmt ist. Derzeit ist die größte Giftdeponie unser Körper – jedenfalls à la longue, denn er speichert gut. Gerade als ich das schreibe, wird im Radio diskutiert, wohin mit den Steuerüberschüssen. Umwelt und Klimaschutz bedeuten wirtschaftliche Investitionen. Alle solche Investitionen sind nachhaltig, sie amortisieren nur nicht schnell. Für die Betriebswirtschaftler, ist alles, was nicht in wenigen Jahren amortisiert, unwirtschaftlich. Deshalb ruinieren sie die Welt, weil die Folgekosten in die Rechnung nicht eingehen. Demgegenüber war die Kultur der Mayas nachhaltiger – 4 000 Jahre, unsere Verschwendungskultur – ex und hopp billiger – ist erst 70 Jahre alt. Betriebswirtschaft und künstliche Intelligenz, kurzfristig und formalisierbar – also nicht nachhaltig und unflexibel – das geht nicht gut. Der Rückbau hat schon begonnen. Etliche Stufen abwärts sind schon genommen.

 

 

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