Psycho II – 50% betroffen

Im Sonntagsradio kam es wieder: Steigende Zahlen von psychischen Erkrankungen; diesmal wurde „Burnout“ als Modebegriff behandelt, der „Depression als Volkskrankheit“ etwas bemänteln soll. Der interviewte psychologische Berater einer Diakonie erklärte, dass 50% der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens psychische Probleme zu bewältigen haben. Das ist die Hälfte, jeder zweite ! Das läge daran, dass unser Leben so kompliziert geworden sei. Natürlich ist es heute viel schwieriger, als etwa während der Nazizeit, da hat ja Blockwart liebvoll aufgepasst oder etwa in der guten alten Zeit, in der viele wegen sexueller Probleme erkrankten, über die sie nicht sprechen durften und dann auch nicht konnten. Erst Freud konnte da helfen.

Mit anderen Worten, die These von der stressigen Kompliziertheit heute, entbehrt der Begründung, ja entbehrt überhaupt eines Ansatzes für einen psychogenen Erklärungszusammenhang. Jene These ist Unfug mit der unwiderstehlichen Attraktivität: Diskussionen kann man so gut vermeiden. Gegenthese: Seit der Erlanger Studie ist bekannt, dass Umweltkranke durchweg mit psychischen Problemen zu kämpfen haben. Das haben die Erlanger nicht erfunden. Schon 1985 wurde die toxische Enzephalopathie (TE) von der WHO definiert. Nach Singer sind psychische Funktionsstörungen Frühsymptome, „Depression” die gängige Fehldiagnose; Verlauf (nach Singer 1990):

(1)      Persönlichkeitsveränderung

  1. Reizbarkeit
  2. Sozialer Rückzug
  3. Demotivation (Störung der ausführenden Funktionen)

(2)      Mentale Veränderungen

  1. Probleme des Kurzzeitgedächtnisses
  2. Konzentrationsstörungen
  3. Mentale Langsamkeit

(3)       Schlafstörungen

(4)       Chronische Müdigkeit, etc.

Nach einer Publikation in umg, bekam ich Anrufe, dergestalt: „Ich dachte Sie hätten über mich geschrieben.“ Aber warum steigt dieses Krankheitsbild an? Welche Ursachen kann man nennen?

Zum Beispiel Schimmel: Jeder weiß, dass das Krebsrisiko steigt, wenn man aus Geiz oder Armut, Schimmel nur abkratzt. Jeder Mediziner weiß, dass dabei auch die Leberwerte schlechter werden. Dennoch wette ich, dass sich die Ärzte eher den Verdacht auf Alkoholabusus nicht werden ausreden lassen. Das Hauptproblem ist aber: Schimmelpilze produzieren eine erkleckliche Anzahl Neurotoxika: MVOC – microbielle flüchtige Verbindungen, Patulin – Zellgift, hemmt Energieproduktion, Citreovirtin, Hyclopiazonsäuere und Penitrem A sind Neurotoxika. Diese sind besonders wirksam, wenn sie inhalativ aufgenommen werden, da sie so direkt ins Hirn gelangen (ohne Entgiftung in der Leber). Quellen sind in der Regel Pfusch am Bau. Es ist die Regel, dass die Bauschäden erstattet werden, die Körperschäden aber heißen „psychisch“.

Wer jetzt mitgedacht hat, wird sich oder mich fragen, ob ich denn behaupte, dass es heute mehr Schimmel in den Häusern gibt als früher. Nun, keineswegs, aber die Wirksamkeit der Neurotoxika hat sich dramatisch erhöht. Seit den 70er Jahren gibt es ubiquitäre Belastungen deren „Grenze der Belastbarkeit erreicht” ist: Dioxin, PCB, Nitrat im Trinkwasser und Schwermetalle Cadmium und Blei (SRU 1987, (SRU = Sachverständigenrat für Umweltfragen)). Das ist also seit mehr als ein Jahrzehnt wissenschaftlich und amtlich anerkannt. In den aktuellen Gutachten steht meist das Gegenteil. Außer Nitrat und Cadmium sind alle genannten Stoffe Neurotoxika.

Die „neue” Volkskrankheit heißt TE. Dies kann sicher abgeleitet werden.

Hauptverursacher sind vermutlich der VOC-Gehalt der Innenraumluft, dann folgen wahrscheinlich PCB, DDT und Dioxin. OP/Pyrethroide spielen nach Entwesung eine erkleckliche Rolle, schließlich die Zahnmetalle: Nur Wenige haben kein Metall im Mund, alle sind sie allergen (TYP IV).

Übertrieben? Kaum, für MCS werden in Studien etwa 15% angegeben, in Sachen Allergien werden offiziell 30% seit Jahren anerkannt. Aber in D wird der umweltmäßig wichtige Typ IV kaum beachtet, die Tests nicht erstattet, die Ergebnisse meist nicht anerkannt. Zu den psychopathologischen Wirkungen von Allergien wird ein weiterer Beitrag folgen (Psycho III), heute soll der folgende Link genügen:

http://www.csn-deutschland.de/blog/2011/09/13/eine-ikone-der-umweltmedizin-zu-besuch-in-deutschland/

Prof. Doris Rapp (Kinderpsychiaterin) zeigte seit den 80er Jahren, wie man Allergiker durch Hyposensibilisierung vor der Einweisung in die Geschlossene bewahrt. Eine Allergologie nach Stand der Wissenschaft würde die Psychiatrien spürbar entlasten und vor allem „hoffnungslosen Fällen” das Leben zurückgeben.

 

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7 Antworten auf Psycho II – 50% betroffen

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